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CEAPIR-Patientenbefragung in Europa

Therapiewahl: Wie frei ist die Entscheidung? – Ergebnisse, Diskussionen, Forderungen

Wie steht es um die Selbstbestimmung bei der Festlegung des Nierenersatzverfahrens? Ist die freie Behandlungswahl durch die Patienten gesichert? Die neue Patientenbefragung der europäischen Nierenpatientenorganisation CEAPIR ging genau diesen Kernfragen nach. Die Mehrheit der deutschen Nierenpatienten ist zufrieden mit den Informationen zu Hämodialyse und Transplantation. Das ist erfreulich.
Allerdings fehlen detaillierte Informationen zu Peritonealdialyse und Heim-Hämodialyse (mit oder auch ohne Partner). Um als Patient jedoch die richtige Entscheidung bei der Therapiewahl treffen zu können, sind umfassende Kenntnisse aller möglichen Therapieoptionen nötig. Nur so funktioniert Patientenbeteiligung, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung. Das Recht des Patienten, eine aktive Rolle im Behandlungs- und Entscheidungsprozess zu spielen, stößt in der Praxis leider häufig an Grenzen. Die Abkehr von direktiven Formen der Arzt-Patienten-Kommunikation ist hier erforderlich. Patientenbeteiligung verlangt zudem eine gute kommunikative Kompetenz des Arztes, was in der medizinischen Ausbildung aber nicht ausreichend berücksichtigt wird.

Der Arzt muss außerdem bereit sein, die Beziehung zum Patienten partnerschaftlich zu gestalten und (Entscheidungs-)Macht abzugeben. Eine Verankerung des Konzepts des Shared Decision Making (SDM) im Alltag kann nur gelingen, wenn alle - sowohl Patienten, Pflegekräfte als auch Ärzte - an einem Strang ziehen. Im Ergebnis profitieren alle Beteiligten von einer gelungenen Kommunikation, denn die Einbindung des Patienten erleichtert ihm die Krankheitsbewältigung, verbessert seine Therapietreue (Adhärenz) und führt zu bestmöglichen Behandlungsergebnissen.

Auch bei Beratungs- und Unterstützungsleistungen im Alltag ist eine Veränderung nötig. Denn Deutschland schnitt bei der CEAPIR-Umfrage in diesem Bereich europaweit am schlechtesten ab. Genau hier kann das BN-Projekt PSB Niere ansetzen und Hilfe leisten: Psychosozial stabile Patienten genesen wesentlich besser, sind eher in der Lage, eine aktive, selbstbestimmte Rolle im Behandlungsprozess zu übernehmen, und zeigen eine höhere Adhärenz.
Die Ergebnisse der Patientenbefragung belegen und bekräftigen die Forderung des BN e.V., PSB Niere bundesweit als Regelangebot in die Behandlung von chronisch nierenkranken Menschen zu integrieren – mehr denn je.

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