Prävention

Sind Sie chronisch nierenkrank?

 

Nierenerkrankungen haben eine Vielzahl von Auswirkungen auf das Leben und die Lebensqualität. Oftmals entwickelt sich die Erkrankung schleichend und wird erst spät entdeckt. Chronisch Nierenkranke entwickeln oftmals auch noch weitere Folgeerkrankungen.

In Deutschland gibt es derzeit über 2 Mio. chronisch Nierenkranke. Gemäß einer Studie werden aber nur 40% angemessen behandelt, d.h. sind rechtzeitig bei einem Nephrologen (Benefit2005). Denn der Verlauf vieler Nierenerkrankungen ist durchaus beeinflussbar. So kann das Stadium der Dialysepflicht durch intensive Allgemeinmaßnahmen wie besonders nachhaltige Blutdrucknormalisierung deutlich herausgezögert werden. Die Realität sieht allerdings anders aus: Viele Patienten werden dem Nieren-Facharzt zu spät vorgestellt. Die Dialyse lässt sich dann nicht mehr hinauszögern.

Etwa 65 Tsd. Dialysepatienten kostet die Krankenkassen über 2% des Budgets. Zudem steigt die Anzahl der Dialysepatienten jährlich um etwa 5%.

Die vorgenannten Punkte zeigen auf, warum Prävention so wichtig ist. Hierzu stehen folgende Punkte im Vordergrund:

• Eigenverantwortung der Patienten

• Eigenverantwortung der Medizin

• Präventionsarbeit im Bundesverband und in den Selbsthilfegruppe

Wenn die Nierenfunktion im Laufe der Zeit zunehmend schlechter wird, bleibt zuletzt dann nur noch eine Nierenersatztherapie (Dialyse / Transplantation).

 

1. Eigenverantwortung der Patienten

Sich nicht dem eigenen Schicksal ergeben, sondern eine aktive Mitwirkung sind erforderlich, damit der Krankheitsverlauf verzögert wird. Hierzu gehören:

• Nutzung von angebotenen Vorsorgeprogrammen zur Früherkennung der Erkrankung

• Gehen Sie regelmäßig zum Nephrologen

• Vertrautmachung mit dem Krankheitsbild

• Das Wissen über die Risikofaktoren und eigenverantwortliches Handeln

• Regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks

• Anpassung der Ernährung

• Sportliche Betätigung und Rehasport

• Bei Bedarf Nutzung psychosozialer bzw. seelischer Unterstützung, Nutzen Sie hierzu auch die Gespräche innerhalb Ihrer Selbsthilfegruppe

 

2. Verantwortung der Mediziner

Zur Prävention bei Nierenerkrankugnen wünschen wir uns von den Medizinern:

• Vorsorgeprogramme zur rechtzeitigen Erkennung der Nierenerkrankung,

• einheitliche Qualitätskriterien bei der Behandlung,

• Behandlung gemäß dem Stand der Forschung (Netzwerke zwischen den Ärzten, gut informierte und ausgebildete Ärzte),

• Optimale Blutdruckeinstellung,

• Verbesserung der Progressionsforschung, Finden von Progressionshemmern,

• Vorbeugungsprogramme (um die Zeit bis zum Dialysebeginn zu verlängern),

• Hohe Qualität bei der Vorbereitung und Durchführung der Dialyse

Seit Jahren stehen für die orientierende Prüfung der Nierenfunktion einfache, zuverlässige und kosteneffektive Verfahren zur Verfügung. Diese Methoden werden jedoch zu selten genutzt. Darauf haben Experten auf dem diesjährigen Kongress 2006 der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden hingewiesen. „Mit Tests, deren Kosten im Cent-Bereich liegen, könnte bei einem großen Teil der Patienten rechtzeitig eine weiterführende Diagnostik und Behandlung eingeleitet werden“, betonte etwa Professor Jürgen Flöge.

Dies sind:

• Urintests (Messung der Konzentration eines Eiweißes, des Albumins) und

• Bluttest (Kreatinins) mit Abschätzung der Nierenfunktion nach MDRD-Formel

 

3. Präventionsarbeit im Bundesverband und in den Selbsthilfegruppen

• Durch Stärkung der Selbsthilfearbeit!

• Aufklärung über Präventionsmöglichkeiten,

• Aufklärung über die Notwendigkeit der frühzeitigen Vorsorge,

• Kontakt mit den Interessenverbänden der Nephrologen

• Lobbyarbeit für die Prävention/ Präventionsgesetz

• Lobbyarbeit für frühzeitige Erkennung der Erkrankung,

• Lobbyarbeit zur Verbesserung von Vorsorgeprogrammen!

• Informationsbereitstellung über die verschiedenen Krankheitsformen

Helfen Sie uns bei dieser Arbeit und senden Sie uns Informationen über Ihre erfolgreich, umgesetzten Projekte zu.

 

Früherkennung von Nierenerkrankungen

Die Früherkennung einer chronischen Nierenerkrankung ist enorm wichtig, um rechtzeitig eine Behandlung zur Verzögerung einleiten zu können. Die Erkennung der Erkrankung beim Arzt ist meist recht einfach. Nach der Erkennung einer Nierenerkrankung sollte rechtzeitig ein Facharzt (Nephrologe) aufgesucht werden.

 

Risikofaktoren bei der Nierenerkrankung

Bei einer Nierenerkrankung sollten unbedingt einige Punkte beachtet werden. Wichtige Punkte sind:

• Vermeiden Sie Übergewicht,

• Halten Sie Ihren Blutdruck unter Kontrolle,

• Achten Sie auf angepasste Ernährung,

• Vermeiden Sie Kochsalz,

• Verzichten Sie unbedingt auf das Rauchen,

• Achten Sie auf regelmäßige Bewegung,

• Achten Sie auf Ruhepausen und Entspannung,

 

Blutdruck bei Nierenerkrankungen

Ein hoher Blutdruck ist ein Risikofaktor für das Voranschreiten der Erkrankung. Eine gute Blutdruckeinstellung ist deshalb von besonderer Bedeutung. Messen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck.

Empfehlungen für eine gute Blutdruckeinstellung werden gegeben von der Hochdruckliga. (Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. / Deutsche Hypertonie Gesellschaft)

Der (hohe) Blutdruck stellt eine Lebensgefahr auf leisen Sohlen dar" (Zitat von Prof. Dr. Riegel im Rahmen eines Vortrags zum Bluthochdruck). Auch wenn man subjektiv zunächst den Eindruck der Verschlechterung des Empfindens wahrnimmt (Müdigkeit), so schützt eine Blutdrucksenkung langfristig alle Organe. Die Hochdruckliga empfiehlt folgende Blutdruckwerte:

Bei Zystennierenpatienten strebt man einen Blutdruck von maximal 130 mm Hg (systolisch) zu maximal 80 mm Hg (diastolisch) an. Dieser Zielwert gilt auch für diabetische und nicht-diabetische Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und einer Proteinurie unter 1g/Tag. Bei einer Proteinurie >1g/Tag sollten Blutdruckwerte unter 125/75mm HG erreicht werden.

 

Ernährung bei Nierenerkrankungen

Die Ernährung bei chronischer Nierenerkrankung ist abhängig vom jeweiligen Krankheitsstadium. Bei gesunden Patienten, bei Patienten mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz, bei Hämodialyse, bei Peritonealdialyse gelten unterschiedliche Ernährungsvorgaben.

Hier nur einige Anmerkungen:

• Einschränkung des Kochsalzkonsums,

• Kalium ist bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz und Hämodialyse einzuschränken,

• Eiweiß, normal bis reduziert bei fortgeschrittener Niereninsuffizient und erhöht bei Dialyse,

• Phosphat, reduziert

• Trinkmengen, bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz reichlich , bei Dialyse reduziert (gemäß Ausscheidung)

Fragen Sie Ihren Arzt oder Ernährungsberater nach detaillierten Empfehlungen.

Aktuelles

 

 

Der Bundesverband Niere e.V. hat seine Bemühungen um die Prävention chronischer Nierenerkrankungen weiter intensiviert und seinen Fokus verstärkt auf diesen Themenbereich gelegt. Uwe Korst beschäftigt sich als Vorstandsmitglied ausschließlich mit diesem Themenbereich.

Den Stand unserer Bemühungen im Bereich Prävention haben wir für Sie in einer kleinen Präsentation zusammengestellt, die Sie » hier downloaden können.

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