Warum eine "Initiative Nierentransplantation"?

Es gibt rund 80.000 Dialysepatienten in Deutschland und davon warten aktuell 8.000 auf eine Nierentransplantation. Dank der Dialyse können diese Patienten zwar überleben, aber ein Leben mit der Dialyse ist auch immer mit Einschränkungen verbunden. Viele wünschen sich deshalb eine neue Niere. Doch die Kluft zwischen der Zahl der postmortalen Organspenden und der tatsächlichen benötigten Anzahl an Organen für eine Nierentransplantation liegen weit auseinander. Die Wartezeit auf eine Nierentransplantation nach postmortaler Organspende liegt im Durchschnitt bei 6-8 Jahren. Von den im Jahr 2014 durchgeführten Nierentransplantationen handelte es sich in 1.508 Fällen um eine Nierentransplantation nach postmortaler Organspende, die restlichen 620 erfolgten nach einer Nierenlebendspende.

Die „Initiative Nierentransplantation“, eine aus der Kampagne 2014 „Ihr Nieren liegen uns am Herzen“ hervorgegangene Kooperation, will die Notsituation für Dialysepatienten auf der Warteliste für eine Nierentransplantation nachhaltig verbessern.

Die Mitglieder der Initiative Nierentransplantation sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Bundesarbeitsgemeinschaft Nephrologische Pflege (BANP)
  • Bundesverband Niere e. V.
  • Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)
  • Deutsche Nierenstiftung
  • Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie
  • KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e. V.
  • PHV – Der Dialysepartner Patienten-Heimversorgung Gemeinnützige Stiftung
  • Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e. V.

 

 

Der 5-Punkte-Katalog im Überblick

 

1. Aufnahme der Erklärung pro oder kontra Organspende auf der elektronischen Gesundheitskarte

Die „Initiative Nierentransplantation“ fordert, die Erklärung zur Organspende, also die Angaben, die derzeit auf dem Organspendeausweis stehen, auf der elektronischen Gesundheitskarte zu hinterlegen, damit der Wille des Verstorbenen für die behandelnden Ärzte und im Falle einer möglichen Organspende transparent ist.

2. Aufbau eines umfassenden Transplantationsregisters

Die „Initiative Nierentransplantation“ unterstützt die Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit, ein qualifiziertes Transplantationsregister aufzubauen. Sie regt an, zusätzlich die Daten zur Lebensqualität von Empfänger und Spender zu erfassen, damit die hohe Qualität der Transplantationsmedizin in Deutschland wissenschaftlich fundiert und evidenzbasiert belegt werden kann.

3. Bessere Patientenaufklärung und mehr Mittel zur Erforschung möglicher Risiken für Nierenlebendspender

Die „Initiative Nierentransplantation“ plädiert für mehr Mittel zur Erforschung möglicher Risiken bei der Nierenlebendspende sowie eine umfassende Aufklärung über die Lebendspende für Spender und Empfänger.

4. Stärkung der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken

Die „Initiative Nierentransplantation“ fordert, bessere Rahmenbedingungen für die Transplantationsbeauftragten in den Kliniken zu schaffen, damit sie ihre Aufgaben ohne Sachzwänge und Abhängigkeiten von der Klinikleitung und mit einem hohen Maß an Verantwortung ausüben können.

5. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit für die Notlage von Nierenpatienten

Die „Initiative Nierentransplantation“ setzt den Schwerpunkt ihrer Öffentlichkeitsarbeit auf die Förderung der Empathie der Bevölkerung für chronisch nierenkranke Patienten. Dabei wird sie zugleich über die Wichtigkeit der Nierengesundheit und die Prävention von Nierenerkrankungen informieren.

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