Weniger Organspender im ersten Halbjahr 2008

Weniger Organspender im ersten Halbjahr 2008

Weniger Organspender im ersten Halbjahr 2008

Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) appelliert an höhere Spendebereitschaft und Unterstützung der Gemeinschaftsaufgabe

Frankfurt am Main, 11. Juli 2008. Nach dem kontinuierlichen Aufwärtstrend der Organspendezahlen in den letzten drei Jahren, ist in den ersten sechs Monaten diesen Jahres ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Insgesamt 586* Menschen haben im ersten Halbjahr nach ihrem Tode Organe gespendet. Das sind 81 Spender weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (1. Hj. 2007: 667). Damit sank auch die Zahl der zur Verfügung stehenden Organe von 2.074 auf 1.923. Wurden in den ersten sechs Monaten in 2007 noch 2.142 Transplantationen durchgeführt, waren es im ersten Halbjahr 2008 nur noch 1.984.

„Der bundesweite Rückgang der Organspenden ist vor allem aus Sicht der Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten sehr bedauerlich“, erklärt Professor Dr. Günter Kirste, Medizinischer Vorstand der DSO. Die Gründe, die dazu geführt haben, dass die Krankenhäuser deutlich weniger potenzielle Spender an die Koordinierungsstelle meldeten, sind nicht ersichtlich und können derzeit nur vermutet werden. Eine Ursache könnte der zunehmende Personalmangel auf den Intensivstationen sein. „Wichtig ist, dass die Krankenhäuser unsere Arbeit und vor allem das Engagement unserer Koordinatorinnen und Koordinatoren in Zukunft noch deutlicher als Unterstützung und Entlastung wahrnehmen“, benennt Kirste einen möglichen Lösungsansatz.

Damit den Menschen auf den Wartelisten möglichst schnell mit einer Transplantation geholfen werden kann, appelliert der Mediziner an alle an der Organspende beteiligten Partner, sich bundes- und landesweit noch intensiver für die Gemeinschaftsaufgabe einzusetzen und diese aktiver zu unterstützen. Gemeinsames Ziel müsse es sein, jetzt alles daran zu setzen, wieder eine kontinuierliche und nachhaltige Steigerung bei den Organspendezahlen zu erreichen. Als hoffnungsvolles Signal bewertet die DSO die positiven Entwicklungen in den drei Regionen Nord-Ost, Ost und Nordrhein-Westfalen, die dem bundesweiten Trend entgegenlaufen.

Um die Spendebereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen, die ebenfalls für eine stabile Aufwärtsentwicklung der Organspendezahlen maßgeblich ist, hat die Stiftung im Juni 2008 die bisher größte Aufklärungskampagne in Deutschland gestartet. Die Initiative „Fürs Leben. Für Organspende.“ unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel will mit Großflächenplakaten und dem neuen Internetportal www.fuers-leben.de auf den dringenden Bedarf an mehr Organspenden aufmerksam machen. Denn noch immer warten bundesweit 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation.