„Der bundesweite Rückgang der Organspenden ist vor allem aus Sicht der Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten sehr bedauerlich“, erklärt Professor Dr. Günter Kirste, Medizinischer Vorstand der DSO. Die Gründe, die dazu geführt haben, dass die Krankenhäuser deutlich weniger potenzielle Spender an die Koordinierungsstelle meldeten, sind nicht ersichtlich und können derzeit nur vermutet werden. Eine Ursache könnte der zunehmende Personalmangel auf den Intensivstationen sein. „Wichtig ist, dass die Krankenhäuser unsere Arbeit und vor allem das Engagement unserer Koordinatorinnen und Koordinatoren in Zukunft noch deutlicher als Unterstützung und Entlastung wahrnehmen“, benennt Kirste einen möglichen Lösungsansatz.
Damit den Menschen auf den Wartelisten möglichst schnell mit einer Transplantation geholfen werden kann, appelliert der Mediziner an alle an der Organspende beteiligten Partner, sich bundes- und landesweit noch intensiver für die Gemeinschaftsaufgabe einzusetzen und diese aktiver zu unterstützen. Gemeinsames Ziel müsse es sein, jetzt alles daran zu setzen, wieder eine kontinuierliche und nachhaltige Steigerung bei den Organspendezahlen zu erreichen. Als hoffnungsvolles Signal bewertet die DSO die positiven Entwicklungen in den drei Regionen Nord-Ost, Ost und Nordrhein-Westfalen, die dem bundesweiten Trend entgegenlaufen.
Um die Spendebereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen, die ebenfalls für eine stabile Aufwärtsentwicklung der Organspendezahlen maßgeblich ist, hat die Stiftung im Juni 2008 die bisher größte Aufklärungskampagne in Deutschland gestartet. Die Initiative „Fürs Leben. Für Organspende.“ unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel will mit Großflächenplakaten und dem neuen Internetportal www.fuers-leben.de auf den dringenden Bedarf an mehr Organspenden aufmerksam machen. Denn noch immer warten bundesweit 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation.