Pandemie-Impfung gegen Influenza H1N1 bei chronisch Nierenkranken

Pandemie-Impfung gegen Influenza H1N1 bei chronisch Nierenkranken

Aufgrund der Aktualität veröffentlichen wir vor Erscheinung unserer Zeitschrift "DER NIERENPATIENT" im Dezember 2009 einen Artikel zu der Influenza H1N1 schon vorab. Wir haben die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) um eine Stellungnahme zu der Pandemie-Impfung gebeten.  


DGfN: Nicht ohne Kenntnis gegen „Schweinegrippe“ impfen lassen
Impfentscheidung mit Arzt besprechen!

Menschen mit chronischen Krankheiten– so auch Menschen mit chronischer Nierenerkrankung – haben ein erhöhtes Risiko für einen gefährlicheren Verlauf vieler Erkrankungen. Daher wird Patienten eine Impfung gegen die neue Influenza/ “Schweinegrippe“ (H1N1) grundsätzlich empfohlen, wenn auch jeder Patient individuell verschieden ist und eine Impfentscheidung daher immer für jeden Einzelnen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden sollte.

Als Entscheidungshilfe hat die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut Empfehlungen veröffentlicht, zu denen die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) speziell für chronisch Nierenkranke (einschließlich Dialysepatienten) eine aktuelle Stellungnahme erarbeitet hat.

So wird die Impfung gegen die „Schweinegrippe“ explizit Menschen mit „erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens“ empfohlen. Zu solchen Grunderkrankungen zählt unter anderem die chronische Nierenerkrankung (CKD) oder auch der Diabetes, der bei gut einem Drittel aller Nierenpatienten als Grunderkrankung vorliegt. Auch älteren Menschen (> 60 Jahre) wird grundsätzlich die Impfung empfohlen. Somit gehören Dialysepatienten, die häufig mehrere chronische Grundleiden (z.B. Diabetes, Bluthochdruck) haben und in der Regel auch älter sind, also gleich in mehrfacher Hinsicht zu den Menschen, denen eine Impfung empfohlen wird. Dialysepatienten wird daher auch eine zweite Impfung nach vier Wochen empfohlen. Aber Achtung – in individuellen Fällen kann Ihr Nephrologe auch ganz von der Impfung abraten. Sprechen Sie daher unbedingtvorher mit Ihrem behandelnden Nephrologen und lassen Sie sich nicht ohne seine Kenntnis impfen!

Auch transplantierten Patienten wird grundsätzlich die Impfung gegen die „Schweinegrippe“ empfohlen, denn um Transplantatabstoßungen zu verhindern, erhalten sie eine Immunsuppression, die auch zur Abwehrschwäche gegen Krankheitserreger führt. Die DGfN empfiehlt daher in Übereinstimmung mit der Deutschen Transplantationsgesellschaft speziell für alle organtransplantierten Patienten, den STIKO- Empfehlungen für die Patientengruppe „angeborene und erworbene Immundefekte“ zu folgen und die Impfung gegen die neue Influenza (H1N1) durchzuführen. Da bei immunsupprimierten Patienten die meisten Impfungen jedoch weniger gut wirken als bei Immungesunden, wird für Transplantierte zusätzlich eine Umfeld-Impfung empfohlen. So sollten sich gesunde Angehörige und Personen, die in engem Kontakt mit dem Transplantierten stehen, impfen lassen, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Generell gilt für alle Menschen zur Grippe-Prophylaxe: Die üblichen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen – z.B. das gründliche Händewaschen nach Personenkontakten – müssen selbstverständlich sein und direkte Kontakte zu erkrankten Personen sollten nach Möglichkeit ganz gemieden werden.

DOWNLOAD: Stellungnahme DGFN