Neue internationale Leitlinie bietet Orientierungshilfe für die Versorgung von Nierentransplantatempfängern

Neue internationale Leitlinie bietet Orientierungshilfe für die Versorgung von Nierentransplantatempfängern

New York, NY – Zum ersten Mal seit fast zehn Jahren wurden im Oktober 2009 neue evidenzbasierte Empfehlungen für die Überwachung und Behandlung von Nierentransplantatempfängern veröffentlicht. Die KDIGO Clinical Practice Guideline for the Care of the Kidney Transplant Recipients wurde von einer internationalen Expertengruppe und einem unabhängigen, professionellen Evidenzreviewteam erarbeitet, die zur Erstellung der Leitlinie mehr als 15.000 klinische Studien gesichtet haben. Über 800 Mediziner aus aller Welt waren während der öffentlichen Prüfungsphase aufgerufen, die Leitlinie zu diskutieren und kommentieren. Die Leitlinie, die erstmals den Schwerpunkt auf die medizinische Langzeitbetreuung von NTX-Patienten legt, wurde als Beilage im American Journal of Transplantation veröffentlicht. Im Janur erscheint ausserdem eine Zusammenfassung in Kidney International.  

„Der Erfolg der Nierentransplantation in den Industrieländern bringt die Herausforderung mit sich, eine große Anzahl von Transplantationspatienten langfristig zu versorgen. Mit der zunehmenden Zahl der durchgeführten Transplantationen und dem besseren Überleben von Nierenallotransplantaten ist auch die Zahl der Patienten mit funktionierenden Transplantat  gestiegen, die eine kontinuierliche medizinische Betreuung benötigen,“ erklärte Bertram Kasiske, MD, Direktor des Bereichs Nephrologie der Universität Minnesota und einer der beiden Vorsitzenden von KDIGO sowie der NTX-Leitlinienarbeitsgruppe.  

Die Richtlinie soll weltweit Transplantationen fördern, indem sie Mindeststandards definiert, falsche Vorstellungen und Hindernisse aus dem Weg räumt und zur Forschung aufruft, wenn unzureichende Evidenzen vorliegen. „Die Leitlinie konzentriert sich auf Patienten mit einem funktionierenden Nierentransplantat. Auch wenn viele Aspekte durchaus für Patienten gelten mögen, denen ein anderes Organ als eine Niere oder zusätzlich zu einer Niere transplantiert wurde, werden diese Populationen nicht gezielt angesprochen“, führte Dr. Martin Zeier aus Heidelberg aus, der zweite Vorsitzende der Arbeitsgruppe.  

Die neue Leitlinie geht auf vier wesentliche Bereiche ein:

  • Induktionstherapie und Immunsuppression
  • Transplantatüberwachung und Infektionskrankheiten  
  • Risikomanagement für Herz-Kreislauf-Erkrankungen  
  • Malignität  

Anhand der Evidenzen, die bewertet wurden, empfehlen die Verfasser erstmals den Einsatz einer Induktionstherapie mit einem Biologicum als Teil der initialen Immunsuppression bei allen Nierentransplantatempfängern. Auch verbreitete Komplikationen wie z. B. hämatologische Störungen und Knochenerkrankungen werden in der Leitlinie erörtert.    

„Als globale Organisation verfolgt KDIGO das Ziel, weltweit das Outcome von transplantierten Patienten zu verbessern. Die neue Leitlinie leistet dazu einen entscheidenden Beitrag", erklärt Prof. Dr. med. Kai-Uwe Eckardt von der Universitätsklinik Erlangen, der KDIGO zusammen mit Dr. Kasiske leitet.  

Die neue übergeordneten Richtlinie zur Verbesserung des Outcomes von NTX-Patienten ist online abrufbar:
http://www.kdigo.org/pdf/KDIGOTxp GL publ version.pdf  

Für weitere Informationen:
Prof. Dr. med. Kai-Uwe Eckardt
Klinikdirektor
Medizinische Klinik 4
Krankenhausstr. 12
91054 Erlangen
Telefon: 09131 85 39002
Fax: 09131 85 39209
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