Frankfurt am Main, 08. April 2010. Der meistgenannte Grund der Angehörigen zur Entscheidung für oder gegen eine Organspende im Jahr 2009 war die bekannte Einstellung des Verstorbenen. Zum ersten Mal informiert der Jahresbericht über die Motive der Zustimmung oder Ablehnung in den Angehörigengesprächen. Insgesamt gab es in allen Gesprächen zur Organspende 15 von Angehörigen benannte Motive, die ihren Entschluss beeinflussten. Ist der Wille des Verstorbenen unbekannt, wird seinem mutmaßlichen Willen oder dem Gewissen der Angehörigen gefolgt. Beim Einverständnis zur Organspende wurden vor allem die Sinngebung für den plötzlichen Tod des Angehörigen und das Mitgefühl für Wartelistenpatienten genannt. In über 200 Fällen führte die Unsicherheit über den Wunsch des Verstorbenen zu einer Ablehnung.
Die Ergebnisse zeigen: Das Thema Organspende sollte in jeder Familie besprochen werden, um den Angehörigen in der Akutsituation die Entscheidungsfindung zu erleichtern.
Diese und weitere Ergebnisse liefert der aktuelle Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Daneben finden sich detaillierte Statistiken zur Organspende und Transplantation, Hintergründe zur DSO und ihrer Arbeit sowie eine Übersicht zu den Krankenhäusern mit den meisten Explantationen im Jahr 2009.
Der Jahresbericht ist über das Infotelefon Organspende unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/90 40 400 oder per E-Mail unter presse@dso.de zu bestellen. Außerdem sind die Publikation - auch in englischer Sprache - und die einzelnen Grafiken unter www.dso.de als Download verfügbar.