Pressemitteilung 01. Juli 2010
86 Prozent der Deutschen halten den Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen für besonders wichtig. Fast ebenso viele (84 Prozent) meinen, dass Selbsthilfegruppen eine sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Behandlung darstellen. 56 Prozent der Deutschen finden, dass die Selbsthilfe manchmal sogar wichtiger ist als Ärzte und Psychologen. D ies ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK in Hamburg.
Besonders bei schweren und seltenen Erkrankungen ist für die meisten Patienten der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen sinnvoll. Dies gilt vor allem bei psychischen Problemen wie zum Beispiel Depressionen (83 Prozent) oder bei lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Krebs (81 Prozent). 65 Prozent halten Selbsthilfegruppen bei Diabetes und anderen chronischen Leiden für sinnvoll, 58 Prozent bei Beziehungsproblemen in der Familie.
8 Prozent der Befragten gaben an, dass sie selbst in einer Selbsthilfegruppe sind oder waren. Vor allem die Altersgruppe der 30- bis 60jährigen sucht das Gespräch mit anderen Betroffenen. Jüngere Patienten suchen vermehrt Rat bei Familienangehörigen und Freunden, wie die Studie zeigt. Bundesweit wurden 1.001 Männer und Frauen Anfang Juni 2010 repräsentativ befragt. „Die DAK-Studie ist ein weiterer Beleg dafür, welch wichtige Rolle die Selbsthilfe im Versorgungsgeschehen spielt“, sagt Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE.
Die BAG SELBSTHILFE e.V. – Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen – ist die Vereinigung der Selbsthilfeverbände behinderter und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen in Deutschland. Sie ist Dachverband von 109 bundesweit tätigen Selbsthilfeorganisationen, 14 Landesarbeitsgemeinschaften und 5 Fachverbänden. Über ihre Mitgliedsverbände sind in der BAG SELBSTHILFE mehr als eine Million Menschen mit körperlichen, seelischen und geistigen sowie Sinnes-Behinderungen und Menschen mit unterschiedlichsten chronischen Erkrankungen zusammengeschlossen.