Frankfurt/Main, 03. März 2010. Die bundesweite Stagnation der Organspende-zahlen im Jahr 2009 zeigt sich in den sieben Organspenderegionen verschieden ausgeprägt. Entgegen dem bundesweiten Trend verzeichneten die Regionen Bayern, Mitte und Nord-Ost eine Steigerung, während die übrigen DSO-Regionen die Vorjahresergebnisse erreichten. Lediglich Baden-Württemberg wies ein Minus von 6,6 Prozent auf.
Mit einem Plus von zwischen vier bis zu 16 Prozent konnten die Regionen Bayern, Mitte und Nord-Ost ihre Spenderzahlen im Jahr 2009 verbessern. Nord-Ost (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) steht mit 19,2 Organspendern pro Million Einwohner wieder an der Spitze. Bayern liegt mit 15,7 Organspendern deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 14,9. Den größten Sprung machte die Region Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) mit einem Ergebnis von 12,5 Organspendern pro Million Einwohner (2008: 10,8).
Die Regionen Ost (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen), Nord (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) und Nordrhein-Westfalen erreichen mit 18,1 bzw. 14,5 Spendern pro Million Einwohner ähnliche Ergebnisse wie im Vorjahr. Mit 11,8 Organspendern pro Million Einwohner liegt die Region Baden-Württemberg unter dem Bundesdurchschnitt.
Weitere Zahlen und Hintergründe rund um die Organspende und die einzelnen DSO-Regionen finden sich in den aktuellen regionalen DSO-Jahresberichten 2009. Die Jahresberichte bieten detaillierte statistische Daten zur Entwicklung der Organspende in den Bundesländern und informieren über die Zusammenarbeit zwischen der DSO als Koordinierungsstelle für Organspende und den ansässigen Krankenhäusern.
Die regionalen Jahresberichte finden Sie als Download unter www.dso.de und sind ab sofort telefonisch oder per Mail zu bestellen:
| Region Baden-Württemberg | 069 - 677 328 5001 | bw@dso.de |
| Region Bayern | 069 - 677 328 4001 | bayern@dso.de |
| Region Mitte | 069 - 677 328 6001 | mitte@dso.de |
| Region Nord | 069 - 677 328 1001 | nord@dso.de |
| Region Nord-Ost | 069 - 677 328 2001 | nord-ost@dso.de |
| Region Nordrhein-Westfalen | 069 - 677 328 7001 | nrw@dso.de |
| Region Ost | 069 - 677 328 3001 | ost@dso.de |
Berlin, 26.01.2010
„Wir brauchen eine größere Motivation zur Organspende. Wir brauchen flächendeckend Transplantationsbeauftragte in den Krankenhäusern, vor allem aber müssen wir das Niveau der Transplantationsmedizin in Deutschland sichern und uns gemeinsam mit der Bundesregierung gegen die Brüsseler Zentralisierungspläne stemmen“, sagte Dr. Martina Wenker vom Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) auf dem heute beginnenden 2. Wissenschaftlichen Symposium der BÄK zur Lage der Transplantationsmedizin in Berlin. „Von dieser Tagung, auf der wir mit Juristen, Medizinern, Philosophen, Gesundheitspolitikern und Ökonomen medizinisch-fachliche und organisatorische Grundsatzfragen der Transplantationsmedizin in Deutschland diskutieren, muss ein wichtiger Impuls für die Zukunft der Transplantationsmedizin in Deutschland ausgehen.“
Die Selbstverwaltungspartner hätten in den vergangenen Jahren trotz schwieriger Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit geleistet. Nun gelte es, die hiesigen Strukturen weiter zu optimieren. Dazu gehöre prioritär die flächendeckende Einführung von unabhängigen Transplantationsbeauftragen in den Krankenhäusern. Spanien, das Land mit der höchsten Spenderrate in Europa, habe gezeigt, dass diese Transplantationsbeauftragten eine Schlüsselrolle bei der Organspende einnehmen, so Wenker, die auch Mitglied in der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer ist.
Jetzt weiterlesen: Wenker: „Brüsseler Zentralisierungspläne bei Organspende lösen keine Probleme, sondern schaffen neue“
Deutsche Stiftung Organtransplantation ergreift Maßnahmen, um mehr Menschen zu retten
Frankfurt am Main, 19. Januar 2010. Das Jahr 2009 brachte keine nennenswerte Steigerung der Organspende in Deutschland. Insgesamt haben bundesweit 1.217 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe gespendet, um schwer kranken Patienten zu helfen. Das sind 19 Spender mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Organspender pro eine Million Einwohner hat sich mit 14,9 gegenüber dem Vorjahr (14,6) kaum bewegt. Gleichzeitig ist die Anzahl der gespendeten Organe um 48 zurückgegangen, so dass für die Patienten auf der Warteliste aus Deutschland 3.897 Organe zur Verfügung gestellt werden konnten. Die Zahl der Transplantationen blieb bundesweit mit 4.050 gegenüber dem Vorjahr unverändert.
„Der Organmangel in Deutschland ist nach wie vor alarmierend. Wir dürfen nicht länger zuschauen, wie drei Menschen täglich auf der Warteliste für ein Spenderorgan versterben“, erklärt der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Prof. Dr. Günter Kirste.
Jetzt weiterlesen: Organspendezahlen in 2009 weiterhin alarmierend
«Wir wollen die Menschen dazu bringen, sich mit dem Thema Organspende zu beschäftigen. Denn die meisten denken nicht gerne an den eigenen Tod und schieben deshalb den Gedanken daran und an eine mögliche Organspende weit weg», sagte Laumann. Die Konsequenz dieser «fatalen Verdrängung» bedeute, dass laut einer aktuellen Umfrage zwar zwei Drittel der Bevölkerung bereit wären, nach ihrem Tod Organe zu spenden, tatsächlich aber nur etwa 17 Prozent einen Organspendeausweis besitzen.
Etwa 3700 schwer kranke Menschen in Nordrhein-Westfalen warten derzeit auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Die durchschnittliche Wartezeit für eine Nierentransplantation beträgt etwa fünf Jahre. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Organspender von 2005 bis 2008 um rund ein Viertel gestiegen (von 196 auf 258).
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07.12.2009 09:59 | |
New York, NY – Zum ersten Mal seit fast zehn Jahren wurden im Oktober 2009 neue evidenzbasierte Empfehlungen für die Überwachung und Behandlung von Nierentransplantatempfängern veröffentlicht. Die KDIGO Clinical Practice Guideline for the Care of the Kidney Transplant Recipients wurde von einer internationalen Expertengruppe und einem unabhängigen, professionellen Evidenzreviewteam erarbeitet, die zur Erstellung der Leitlinie mehr als 15.000 klinische Studien gesichtet haben. Über 800 Mediziner aus aller Welt waren während der öffentlichen Prüfungsphase aufgerufen, die Leitlinie zu diskutieren und kommentieren. Die Leitlinie, die erstmals den Schwerpunkt auf die medizinische Langzeitbetreuung von NTX-Patienten legt, wurde als Beilage im American Journal of Transplantation veröffentlicht. Im Janur erscheint ausserdem eine Zusammenfassung in Kidney International.
„Der Erfolg der Nierentransplantation in den Industrieländern bringt die Herausforderung mit sich, eine große Anzahl von Transplantationspatienten langfristig zu versorgen. Mit der zunehmenden Zahl der durchgeführten Transplantationen und dem besseren Überleben von Nierenallotransplantaten ist auch die Zahl der Patienten mit funktionierenden Transplantat gestiegen, die eine kontinuierliche medizinische Betreuung benötigen,“ erklärte Bertram Kasiske, MD, Direktor des Bereichs Nephrologie der Universität Minnesota und einer der beiden Vorsitzenden von KDIGO sowie der NTX-Leitlinienarbeitsgruppe.
Die Richtlinie soll weltweit Transplantationen fördern, indem sie Mindeststandards definiert, falsche Vorstellungen und Hindernisse aus dem Weg räumt und zur Forschung aufruft, wenn unzureichende Evidenzen vorliegen. „Die Leitlinie konzentriert sich auf Patienten mit einem funktionierenden Nierentransplantat. Auch wenn viele Aspekte durchaus für Patienten gelten mögen, denen ein anderes Organ als eine Niere oder zusätzlich zu einer Niere transplantiert wurde, werden diese Populationen nicht gezielt angesprochen“, führte Dr. Martin Zeier aus Heidelberg aus, der zweite Vorsitzende der Arbeitsgruppe.
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