News und Aktuelle Infos zum Thema Dialyse und Organtransplantation.

Shuntzentrum verbessert Versorgung von Dialysepatienten

Pressemitteilung 12.07.2010

Neu am UKM: Shuntzentrum verbessert Versorgung von Dialysepatienten

Eingriffe werden ambulant vorgenommen / Interdisziplinäre Zusammenarbeit garantiert schnelle Hilfe bei Komplikationen

Münster (ukm/dre). Ein neues interdisziplinäres Shuntzentrum am Universitätsklinikum Münster (UKM) verbessert jetzt die Versorgung von dialysepflichtigen Patienten. Im Zentrum arbeiten Experten verschiedener Fachdisziplinen eng zusammen. „Damit gibt es für die Patienten nur noch eine Anlaufstelle von der Shunt-Anlage bis zur schnellen Behandlung von Shunt-Komplikationen“, erklärt Privat-Dozent Dr. Daniel Palmes von der Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des UKM. Neben Shunt-Anlagen erfolgt in dem neuen Zentrum auch die Anlage von Kathetern zur Bauchfelldialyse.

Rund 70.000 Dialysepatienten gibt es in Deutschland, die sich regelmäßig einer Hämodialyse („Blutwäsche“) oder Bauchfelldialyse aufgrund ihres Nierenversagens unterziehen müssen. Das Problem: Die normalen Blutgefäße sind entweder schlecht zugänglich oder haben einen zu geringen Blutfluss und sind daher für die Dialyse nicht geeignet. Bei diesen Patienten wird in der Regel operativ eine Gefäßverbindung, der so genannte Shunt, zwischen Arterie und Vene des Unterarms angelegt.

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EU-Richtlinie zur Qualität und Sicherheit von Organen verabschiedet

Am 29.06.2010 ist im Ministerrat in Brüssel die EU-Richtlinie über Qualitäts- und Sicherheitsstandards für zur Transplantation bestimmte menschliche Organe verabschiedet worden. Mit dieser Richtlinie wird ein EU-weiter, einheitlicher Mindeststandard für die Spende und Charakterisierung sowie den Transport von Organen geschaffen.

Bundesminister Dr. Philipp Rösler: "Die Verabschiedung der Organ-Richtlinie ist für die vielen Patientinnen und Patienten in der EU, die dringend auf ein Spenderorgan angewiesen sind, eine sehr gute Nachricht! Ein gemeinschaftsweit geltendes Qualitäts- und Sicherheitsniveau wird den Austausch von Organen zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern. Dies ist eine wichtige Möglichkeit, die Zahl der verfügbaren Organe in der EU zu erhöhen."
Der Organaustausch zwischen Ländern in der EU ist heute bereits gängige Praxis, zum Beispiel über den Vermittlungsverbund Eurotransplant, dem auch Deutschland angehört.

Für die Umsetzung der Qualitäts- und Sicherheitsstandards räumt die Richtlinie den Mitgliedstaaten ausreichend Flexibilität ein. Dies war für Deutschland ein wichtiges Anliegen. Die Richtlinie trägt den Besonderheiten des deutschen Gesundheitssystems hinreichend Rechnung.

Die Frist für die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht beträgt zwei Jahre.

Weitere Informationen unter: http://www.consilium.europa.eu/uedocs/cms_data/docs/pressdata/en/lsa/115529.pdf

 

Zukünftig sollen mehr Menschen durch Organspenden gerettet werden

Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und Bundesministerium für Gesundheit setzen große Hoffnung auf das Pilotprojekt zur Inhousekoordination

Frankfurt am Main/Berlin, 06. Juli 2010. 111 der rund 150 Krankenhäuser und Universitätskliniken mit neurochirurgischen Intensivstationen haben sich dem von der DSO finanzierten Pilotprojekt zur Steigerung der Organspende angeschlossen und ihre Teilnahme vertraglich zugesichert.

Das Bundesgesundheitsministerium begrüßt die hohe Bereitschaft der Krankenhäuser, sich entsprechend ihrer gesetzlichen Verpflichtung zukünftig noch stärker für die Förderung der Organspende einzusetzen. „Jedes gespendete Organ bedeutet für einen von rund 12.000 Wartelisten-Patienten in Deutschland die Chance auf ein neues Leben“,

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Nierentransplantation bei Kindern – MHH und Techniker Krankenkasse (TK) schließen Versorgungsvertrag zur optimierten Behandlung ab

04.06.2010 11:35
Die jüngste Patientin war gerade einmal sechs Monate alt, als sie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine neue Niere erhielt. Meistens sind es unheilbare Erbkrankheiten, die dazu führen, dass schon Kinder und Jugendliche – häufig nach jahrelanger Dialyse - eine neue Niere bekommen.

In der MHH erhalten pro Jahr rund 20 Kinder eine neue Niere. Insgesamt seit 1970 in mehr als 650 Fällen. Damit ist die MHH das führende Zentrum für Kindernierentransplantationen in Deutschland.

Die Zeit vor und nach einer Transplantation ist für die betroffenen kleinen Patienten und ihre Eltern eine Phase großer physischer und psychischer Belastung, die viele Fragen aufwirft. Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen. Sie brauchen eine differenzierte, individuelle und stringente Vor- und Nachsorge nach so einem großen Eingriff.

Aus diesem Grund haben die MHH und die Techniker Krankenkasse Niedersachsen zum 1. Mai 2010 einen bundesweiten Vertrag zur integrierten Versorgung für die optimierte Betreuung bei Kindernierentransplantationen geschlossen. Ernst Thiel, Leiter der TK-Landesvertretung Niedersachsen: „Als Familienkasse liegt der TK die Gesundheit von Kin-dern und Jugendlichen besonders am Herzen. Gerade die, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben, brauchen die bestmögliche medizinische und psychologische Versorgung, die unser Gesundheitssystem bieten kann. Mit diesem neuen – in Deutschland einmaligen – Versorgungsvertrag setzt die TK genau diesen Anspruch in die Praxis um.“

„Wir wollen die Qualität der Behandlungen ständig verbessern, auch im Segment der Spitzenmedizin und über Sektorengrenzen hinaus“, betont MHH-Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg, zuständig für das Ressort Krankenversorgung. „Mit der Integrierten Versorgung verbessern wir aber nicht nur die Behandlungsergebnisse, sondern wir tragen auch dem Wunsch der kleinen Patienten und ihrer Eltern Rechnung, möglichst schnell und dauerhaft wieder ein normales Leben führen zu können.“ Im Fokus des Vertrages steht die sektoren-übergreifende Rund-um-Betreuung der Patienten und die altersspezifische Nachsorge, speziell in der Pubertät. Anlässlich des Tages der Organspende am 5. Juni, stellen die MHH und die TK heute den neuen Versorgungsvertrag vor.


Professioneller Beistand 24 Stunden am Tag

Ein professioneller „Case-Manager“ der MHH steht Patienten und Eltern während der gesamten Behandlungsdauer Tag und Nacht für Fragen Verfügung. Zum einen werden den betrof-fenen Eltern auf diesem Wege viele Sorgen und Ängste genommen. Zum anderen werden von diesem Spezialisten Fachfragen beantwortet und Entscheidungsprozesse professionell begleitet.

Kinderreha Usedom und der Ederhof in Österreich –
Spezialisten für Organtransplantierte Kinder

Als einzige gesetzliche Krankenkasse Deutschlands bietet die TK den betroffenen Familien an, zwischen zwei hochqualifizierten Anschlussreha-Einrichtungen zu wählen. Zur Auswahl stehen das Kinderrehazentrum Usedom und die Sonderkrankenanstalt Ederhof in Österreich.
Besonders der Ederhof zeichnet sich durch einen systemischen Ansatz aus, der alle Familienmitglieder in die Rehabilitationsabläufe mit einbezieht.


Chronisch kranken Jugendlichen in der Pubertät eine Brücke bauen

„Unsere Patienten brauchen eine lebenslange Betreuung. Gerade der Schritt ins Erwachsenensein ist eine besondere Herausforderung. Mit der neuen Vereinbarung können wir eine noch bessere, lebenslange Versorgung für nierentransplantierte Kinder bieten“, erklärt Professor Dr. Lars Pape, Oberarzt in der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen. Der Vertrag sieht für die „kritische Phase“ im sechzehnten und siebzehn-ten Lebensjahr Extra-Reha-Schulungsprogramme vor, um die Eigenverantwortung zu stär-ken. Themen dabei sind z. B. Umgang mit Medikamenten; Schule, Ausbildung und Beruf; und Aufklärung über Drogen, Alkohol und Gewalt in Zusammenhang mit der Erkrankung. In Elternseminaren erhalten Eltern Unterstützung im Prozess des Loslassens, aber auch Ent-lastung vom Druck der lebenslangen Fürsorge. Jochen Blaser, Krankenhausreferent bei der Techniker Krankenkasse Niedersachsen: „Diese sektorenübergreifende Abstimmung des Behandlungsprozesses ist überlebenswichtig für die Betroffenen. Nur durch wiederholte, altersgemäße Aufklärung lernen die Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit Ihrer Erkrankung.“

Die Laufzeit des Vertrages ist unbefristet. Die MHH begleitet die Ausführung mit einem Qualitätszirkel und laufender Evaluation.

Neue Spezialklinik: UKM stärkt Schwerpunkt Transplantationsmedizin

Münster (ukm/dre). Das Universitätsklinikum Münster (UKM) baut den Schwerpunkt Transplantationsmedizin weiter aus: Zum 1. Juni 2010 übernimmt Prof. Dr. Hartmut Schmidt die Leitung der damit neu gegründeten internistischen Spezialklinik für Transplantationsmedizin am UKM. Nicht nur die Patientenversorgung wird damit ausgebaut, sondern auch die Ausbildung junger Mediziner auf diesem Gebiet gestärkt: Es handelt sich um den ersten Lehrstuhl für Transplantationsmedizin bundesweit.

In der Krankenversorgung wird die neue Klinik in Ergänzung zu den weiteren spezialisierten Kliniken und Einrichtungen (etwa die Herzchirurgie, die Viszeralchirurgie oder die Nephrologie) die Versorgung von Patienten und Patienten vor und nach einer Transplantation von Bauchorganen weiter verstärken. Die Klinik betreut Patienten vor und nach der Transplantation von Leber, Bauchspeicheldrüse (Pankreas) oder Dünndarm. „Lebererkrankungen, wie z.B. die chronische Hepatitis B und C, können zu Leberkrebs oder einem Leberversagen führen. Diese Erkrankungen können oftmals durch eine Transplantation geheilt werden. Auch spezielle Stoffwechselerkrankungen der Leber können selbst im Falle einer noch normalen Leberfunktion manchmal nur durch eine Transplantation geheilt werden“, erklärt Prof. Schmidt.

Von wachsender Bedeutung sind dabei auch die Transplantationen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) oder des Dünndarms. Schmidt: „Wir können heute bestimmte Formen von Darmerkrankungen mit Ernährungsproblemen und auch schwere Verlaufsformen von Patienten mit Blutzuckerkrankheit durch Transplantation von Dünndarm oder Bauchspeicheldrüse heilen. Am UKM arbeiten hierfür die Experten aus den verschiedenen Disziplinen Hand in Hand zusammen, so dass eine umfassende Versorgung sichergestellt ist.“

Prof. Schmidt ist als Gastroenterologe und zugleich als Leberspezialist ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet. Er ist aktiv in verschiedenen Gremien, etwa in der Bundesärztekammer, und in Fachgesellschaften national und international vertreten. Der 47-Jährige ist bereits seit 2005 am UKM tätig. Zuletzt war er Leiter der Transplantationshepatologie (Hepatologie: „Lebermedizin“).

Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, betont: „Mit dieser neuen Klinik unter der Leitung von Prof. Schmidt können wir unseren starken transplantationsmedizinischen Schwerpunkt weiter ausbauen, sowohl in der Krankenversorgung als auch in der Forschung. Mit Prof. Schmidt als Leberspezialisten und renommierten Wissenschaftler können wir nun aktuell und auch langfristig in Münster die Krankenversorgung entscheidend verbessern. Er wird als Hochschullehrer und Direktor die neu gegründete Klinik mit dem speziellen Forschungsschwerpunkt an unserem Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät leiten. Davon profitieren die betroffenen Patienten zukünftig.“

Die Transplantationsmedizin hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wesentlichen Bestandteil in der Behandlung von Patienten mit z. B. Stoffwechselstörungen, Organversagen und Krebs entwickelt. So werden in Deutschland jährlich über 1.000 Lebertransplantationen durchgeführt. Im Bereich der Transplantation der Bauchspeicheldrüse werden über 150 Transplantationen pro Jahr durchgeführt und auch die Dünndarmtransplantation entwickelt sich aktuell in Deutschland zu einem Routineverfahren. Prof. Schmidt: „Dieses ist nur möglich durch die komplexe interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Fortschritten sowohl in den operativen Techniken als auch in den Möglichkeiten, neue Medikamente einsetzen zu können. Abstoßungsreaktionen stellen heutzutage kaum noch ein Problem dar. Durch die inzwischen zum Glück erreichten langen Überlebenszeiten nach einer Transplantation stehen aktuell auch zunehmend internistische Probleme im Vordergrund.“ Deshalb werden am UKM diese Patienten in Spezialambulanzen betreut. Darüber hinaus bietet dieser Schwerpunkt auch alternative Therapien, wie z. B. Leberersatzverfahren als auch in Kürze Leberzelltherapien an.

„Neue Therapiestrategien entwickeln“

Schmidt ist überzeugt, dass der medizinische Universitätsstandort Münster dafür exzellente Voraussetzungen bietet: „Münster hat eine Exzellenz in der Stammzellforschung und bietet über die Breite der Transplantationsmedizin hinaus die Möglichkeit, zukünftig neuartige Therapiestrategien z. B. in Kombination von Zell- und Organtransplantation zu kombinieren.“ Und eine weitere Kernfrage ist in der jüngsten Vergangenheit immer stärker in den Vordergrund gerückt, betont der Transplantationsexperte: „Wie wird der Patient auch nach einer Transplantation langfristig optimal betreut? Auch daran werden wir am UKM gemeinsam arbeiten.“

Ebenso deutlich betont er aber: „Wir haben nach wie vor zu wenig Organspenden in Deutschland. Viele Patienten sind auf die Organspende angewiesen, die Wartelisten sind voll. Um so wichtiger ist es, weiter engagiert für die Organspende zu werben, wie es die Münsteraner Initiative „No panic for organic“ macht.“

Zur Person

Hartmut Hans-Jürgen Schmidt, Jahrgang 1963, wurde im niedersächsischen Kirchweyhe geboren. Er studierte Medizin in Hannover und an den National Institutes of Health in Bethesda, USA. Er nahm seine klinische Tätigkeit 1988 an der Medizinischen Hochschule in Hannover in der gastroenterologischen Abteilung auf und absolvierte einen zweijährigen Forschungsaufenthalt im Rahmen eines Stipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft an den National Institutes of Health in Bethesda. Er erwarb die Äquivalenz des Medizinischen Staatsexamens für die USA 1989 und führt neben dem Facharzt für Innere Medizin auch die Weiterbildung im Fach Gastroenterologie und Zusatzbezeichnung Rettungsmedizin und Ernährungsmedizin. 1999 bis 2005 war er als Oberarzt, zuletzt als leitender Oberarzt an der Berliner Charité in der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie tätig.

2005 übernahm er eine Professur für Experimentelle Transplantationshepatologie am Universitätsklinikum Münster. Schmidt hat bislang über 300 Beiträge in Fachjournalen und Buchbeiträgen veröffentlicht. Für seine wissenschaftlichen Aktivitäten erhielt er unter anderem zweimal den Präventionspreis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (1996 und 2001), den Ludolph-Brauer-Preis der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin (1998) sowie den Forschungspreis für Transplantation der Deutschen Transplantationsgesellschaft (1998). Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news371699

Warten auf die große Chance: Nierenkranke Kinder in Deutschland

31.05.2010 09:02, Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN)

Nierenkranke Kinder in Deutschland müssen vor allem eines lernen: Warten. Dreimal in der Woche müssen viele von ihnen zur Dialyse. Die Blutwäsche dauert bis zu 5 Stunden, eine Zeit, die ihre Altersgenossen beim Sport, beim Musikkurs oder einfach mit ihren Freunden verbringen können. Warten auf den nächsten Dialysetermin, Warten, bis die Behandlung fertig ist, Warten auf ein Spenderorgan.

Für manche Patienten ist diese Zeit leider zu lang, konstatiert Prof. Dr. Bernd Hoppe von der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN): "Dialyse ist für Kinder und Jugendliche körperlich wie seelisch sehr belastend - sie kann nur eine Zwischenlösung sein. Leider aber ist die Spendenbereitschaft in Deutschland und damit die Chance auf eine neue Niere auch für Kinder erschütternd niedrig."

Trotz engagierter Kinderärzte und -kliniken, trotz der Unterstützung durch Elterngruppen und Organisationen dauert es bis zu 26 Monaten, bis ein schwer nierenkrankes Kind in Deutschland ein Spenderorgan erhält. Damit liegt Deutschland auf Platz 13 von 16 europäischen Ländern. Zum Vergleich: In Frankreich oder Spanien liegen die Wartezeiten für Kinder und Jugendliche bei 3 bis 4 Monaten! Derzeit stehen bei Eurotransplant 7902 Menschen (davon 112 Kinder) auf der aktiven Warteliste für eine Spenderniere, durchgeführt wurden im Jahr 2009 aber nur 2024 Transplantationen. Bei der Zuordnung der Spenderorgane werden Kinder gegenüber Erwachsenen bevorzugt - dieser pädiatrische Bonus ist unverzichtbar, denn sehr lange Dialysezeiten können bei den jungen Patienten zu starken Beeinträchtigungen der körperlichen wie geistigen Entwicklung führen, und auch in Schule und Ausbildung machen sich die Belastungen deutlich bemerkbar. Ab diesem Jahr umfassen die so genannten Allokationsrichtlinien auch Jugendliche über 16 Jahren mit noch bestehendem Wachstumspotenzial, die bislang von dieser Bonusregelung ausgenommen waren.

Die Lösung liegt für Nierenspezialist Hoppe nahe: "Organspende gibt jedem von uns die Chance, anderen Menschen ein neues Leben schenken zu können. Für die schwer nierenkranken Patienten gibt nur ein Transplantat den Weg frei für ein normales Leben. Mit diesem Gedanken sollte sich jeder einmal aufrichtig befassen."

Organspendeausweise gibt es für alle Spendenbereiten in der Arztpraxis, in vielen Gesundheitsämtern und -einrichtungen oder direkt per Anforderung, z.B. unter www.organspende-info.de

TV-Tipps:

Am 2.6.2010 ist Prof. Bernd Hoppe zu Gast bei Günter Jauch auf stern tv (RTL, 22:15 Uhr) und wird dort den ganz besonderen Alltag nierenkranker Kinder und Jugendlicher schildern. Nierenkranke Kinder und Jugendliche gestalten das Web-TV-Programm www.nephro.tv, das jederzeit online abrufbar ist.

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BVMed-Filmservice mit neuem Film zur Heimdialyse: „Unabhängig leben trotz Nierenversagen“

Berlin. Der BVMed hat sein Filmangebot um einen neuen Patienteninformationsfilm zur „Heimdialyse“ erweitert. Der Film mit dem Titel „Bauchfell-Dialyse: Unabhängig leben trotz Nierenversagen“ sowie professionelles TV-Footage-Material und ein Radiobeitrag zum Thema sind im Internet abrufbar unter www.filmservice.bvmed.de.

Etwa 80.000 Menschen in Deutschland benötigen eine regelmäßige Dialyse, weil ihre Nieren den Dienst versagen. Trotz ihrer schweren Grunderkrankung kann die Therapie mit einem modernen Dialyseverfahren den Patienten eine gute Lebensqualität bieten. Die meisten von ihnen werden in einem Dialysezentrum behandelt, wo sie dreimal die Woche für vier bis fünf Stunden eine sogenannte Hämodialyse (HD) erhalten. Dieser hohe Zeitaufwand ist aber nicht immer notwendig. Für aktive Patienten gibt es eine Alternative: Die Peritonealdialyse über das Bauchfell (PD), die die Patienten selbst durchführen können.

Der BVMed-Patienteninformationsfilm beschreibt mit Hilfe des ärztlichen Experten Prof. Dr. med. Jan Galle, Direktor der Klinik für Nephrologie und Dialyseverfahren am Klinikum Lüdenscheid und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, und anhand einer Patientgeschichte das mobile Dialyseverfahren. Vorbereitend wird dem Patienten in einer kleinen Operation ein Katheter in den Bauchraum gelegt, durch den er selbst Dialyseflüssigkeit einleiten und nach einigen Stunden, wenn sie sich mit Schadstoffen angereichert hat, wieder ableiten kann.

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Hast du schon über Organspende nachgedacht?

 Originelle Webfilme sollen Jugendliche für Organspende sensibilisieren

Frankfurt, 25. Mai 2010. Ein junger Mann joggt die Straße entlang, die Augen geschlossen, völlig vertieft in die Musik aus seinem MP3-Player. Man sieht nur seinen Oberkörper und den Kopf. Plötzlich verschwindet er. Schnitt. Die Kamera zeigt eine tiefe Baugrube – den Rest kann sich der Zuschauer denken. Dann folgt die Aufforderung: „Es kann dich jederzeit treffen. Entscheide dich jetzt für Organspende.“ Mit diesem und weiteren Comic-Webfilmen will die Stiftung FÜRS LEBEN vor allem Jugendliche ansprechen und sie motivieren über Organspende nachzudenken.

Die Filme haben eine klare Aussage: Es kann jederzeit passieren. Beim Joggen, Fensterputzen, Spazierengehen oder auf High Heels. Gut, wenn man dann für den Fall der Fälle seinen Organspendeausweis in der Tasche hat. Die Botschaft der Webfilme ist bewusst überspitzt dargestellt und natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

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Sozialministerin Aygül Özkan: „Für das Leben entscheiden“

Positive Entwicklung bei Spenderzahlen fortsetzen

Siegerehrung im Ideenwettbewerb

HANNOVER. Unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig!“ findet die zentrale Veranstaltung zum bundesweiten Tag der Organspende am 5. Juni erstmals in Hannover statt. Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Aygül Özkan: „Der Tag der Organspende ist eine hervorragende Möglichkeit, die Menschen über das Thema aufzuklären und Ängste abzubauen. In Niedersachsen ist die Zahl der realisierten Organspender in den ersten vier Monaten des Jahres um gut 25 Prozent gestiegen. Diese positive Entwicklung gilt es fortzusetzen. Ich setze mich dafür ein, dass sich noch erheblich mehr Menschen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen. Immer noch sterben viel zu viele Menschen in unserem Land, bevor sie eine lebensrettende Organspende empfangen können. Es ist deshalb außerordentlich wichtig, sich ganz persönlich zu Lebzeiten zur Organspende zu erklären und dies in einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Man sollte sich für das Leben entscheiden.“

Prof. Dr. Günter Kirste von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO): „Unser gemeinsames Motto sagt es bereits: Es ist richtig, dass sich jeder mit dem Thema Organspende auseinandersetzt. Es ist wichtig, dass jeder seine Entscheidung in dieser Frage trifft, denn für alle Patienten auf der Warteliste ist eine Organspende lebenswichtig. Deshalb wollen wir am 5. Juni in Hannover über unsere Veranstaltung möglichst viele Menschen erreichen und zum Nachdenken bewegen.“

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Am 5. Juni ist Tag der Organspende: Zentrale Veranstaltung in Hannover mit dem Motto "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig!"

Am 5. Juni ist Tag der Organspende:

Zentrale Veranstaltung in Hannover mit dem Motto

„Richtig. Wichtig. Lebenswichtig!“

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