Alter und Dialyse

Projekt für ältere chronisch Nierenkranke Menschen

Einleitung

 

Die derzeitige demographische Entwicklung ist eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft, für unser Gesundheitswesen und auch für den Dachverband von 170 Selbsthilfegruppen für chronisch Nierenkranke, den Bundesverband Niere e.V. (BN e.V.). Die gegenwärtige und zukünftige Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland wird tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen nach sich ziehen. Dabei ist die zunehmende Überalterung ein wesentlicher Aspekt. Der kontinuierliche Anstieg des Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung wird voraussichtlich bis zum Jahr 2030 anhalten. Dabei belegen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zwei Großtrends: Zum einen sterben mehr Menschen als Kinder geboren werden, und zum anderen verschiebt sich das Verhältnis zwischen jüngeren und älteren Menschen. Man geht davon aus, daß im Jahr 2050 die Menschen im Alter von 58 – 63 Jahren die am stärksten besetzten Jahrgänge sind. Das heißt aber auch, daß sich der Altersaufbau innerhalb dieses Jahrhunderts umkehren wird. Die Alterspyramide, die schon heute keine Pyramide mehr ist, wird zum Pilz werden.

Diese Entwicklung bedeutet auch für den medizinischen Bereich Veränderungen und besonders für den nephrologischen Bereich eine Vielzahl an bisher unbekannten Schwierigkeiten und Herausforderungen, da gerade in dieser Disziplin noch nicht allzu lange ältere Patientinnen und Patienten versorgt werden. (Mit dem Begriff ältere Patientinnen und Patienten sind im beantragten Projekt Menschen ab 60 Jahren, analog zu den gängigen Alterseinteilungen, gemeint.) Dies hängt zum einen mit der früher begrenzten Anzahl vorhandener Dialyseplätzen zusammen, aber auch mit den Belastungen, die die Therapie für die Betroffenen mit sich brachte und die eine gute Konstitution voraussetzten. Die Entwicklung, daß immer ältere und multimorbidere Patientinnen und Patienten mit der Dialyse behandelt werden, ist neu und bedarf spezieller Konzepte sowohl für die professionelle Begleitung der Betroffenen als auch für die Arbeit der Selbsthilfegruppen, die es zu stärken und auf die neuen Umstände abzustimmen gilt.

Zur Erreichung dieses Ziels beantragt der Bundesverband Niere e.V. (BN e.V.) die im folgenden beschriebene Beratungs- und Koordinationsstelle. Der besondere Bedarf älterer chronisch nierenkranker Menschen muß mit geeigneten Angeboten abgedeckt werden. Hierzu sollen von einer zentralen Beratungs- und Koordinationsstelle in einem zweijährigen Projekt professionelle Begleitung und speziell abgestimmte Angebote der Selbsthilfegruppen konzipiert, erprobt und evaluiert werden.

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