Die IgA-Nephritis (IgAN) – auch Morbus Berger genannt – ist eine chronische Erkrankung der Nieren. Sie gehört zu den häufigsten Formen der sogenannten Glomerulonephritis, also einer Entzündung der Nierenkörperchen (Glomeruli).
Bei IgAN lagern sich fehlgebildete Immunglobulin-A-Antikörper (IgA) in den Nierenkörperchen ab. Dadurch kommt es zu einer Entzündungsreaktion, die langfristig die Filterfunktion der Niere beeinträchtigen kann.
Typische Anzeichen
- Blut im Urin (sichtbar oder nur im Labor nachweisbar)
- Eiweiß im Urin (Proteinurie)
- Bluthochdruck
- Mitunter eingeschränkte Nierenfunktion
Die Erkrankung verläuft sehr unterschiedlich:
Manche Betroffene haben über viele Jahre einen stabilen Verlauf, bei anderen kann sich die Nierenfunktion verschlechtern und in seltenen Fällen eine Dialyse oder Transplantation notwendig werden.
Häufigkeit
Die IgA-Nephritis ist die häufigste primäre Glomerulonephritis weltweit.
- Jährlich werden etwa 2–5 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner diagnostiziert.
- Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
- Die Erkrankung tritt meist im jungen Erwachsenenalter auf, kann aber in jedem Lebensalter vorkommen.
In Deutschland leben schätzungsweise mehrere Tausend Menschen mit IgAN. Da frühe Stadien oft symptomarm sind, bleibt die Erkrankung teilweise lange unentdeckt.
Wo gibt es Hilfe?
Eine frühzeitige fachärztliche Betreuung beim Nephrologen bzw. Zentrum für Seltene Nierenerkrankungen ist entscheidend.
Eine regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Urinwerten und Nierenfunktion ist besonders wichtig.
Beratung & Information
- Bundesverband Niere e.V.
Patienteninformation, Beratung und Vernetzung - ERKNet
Europäisches Referenznetzwerk für seltene Nierenerkrankungen - PKD International
Internationale Patientenorganisation mit Fokus auf genetische Nierenerkrankungen (auch Austausch zu anderen chronischen Nierenerkrankungen)
Sind Sie betroffener Patient und sind in einer Selbsthilfegruppe zu IgAN oder suchen Sie eine Gruppe? Melden Sie sich gerne unter korst@bnev.de
Studien und Therapien
✔ Es gibt heute mehrere neue, speziell auf IgAN ausgerichtete Therapien, die über die reine symptomatische Behandlung hinausgehen.
✔ Viele dieser Therapien zielen darauf ab, Proteinurie zu reduzieren und damit das Fortschreiten der Nierenschädigung zu verlangsamen.
✔ Einige Wirkstoffe sind bereits zugelassen, andere stehen kurz vor Zulassung oder werden in Phase-III-Studien geprüft.
✔ Studienbeteiligung kann für viele Betroffene eine Möglichkeit sein, frühzeitig Zugang zu innovativen Therapien zu erhalten und gleichzeitig die Forschung voranzubringen.